alpECON Kulturtechnik
Alpine Technologien

Wasserkraft

Die Kraft des Wassers nutzt der Mensch seit grauer Vorzeit. Elektrischen Strom aus Wasserkraft ist zu erzeugen, ist nur eine Form dieser Nutzung. Sie ist nach wie vor eine der ökologisch nachhaltigsten und wirtschaftlich sinnvollsten Methoden der Energiebereitstellung. In Österreich werden rund 68 % der elektrischen Energie durch Wasserkraftwerke bereitgestellt.

In enger Zusammenarbeit mit Limnologen und Ökologen planen wir Wasserkraftanlagen, die unter weitestgehender Schonung der Natur errichtet werden können.

Hydrologie

Basis jeder Kraftwerksplanung ist eine Untersuchung der hydrologischen Verhältnisse am zu nutzenden Gewässer. Abflussspitzen, Mittelwerte des Dargebotes, Mindestwerte, Dauerlinien und Jahresganglinien – alle diese Daten sind wesentlich für die Auslegung der Anlage und für die Bemessung eines ökologisch vertretbaren Restwassers.

Wir erstellen diese hydrologischen Unterlagen zur Beurteilung des Wasserdargebotes. Hierzu errichten wir Dauermessstelle an Quellen, Bächen und im Grundwasser und werten diese aus.

Restwasser

Ohne Wasser kein Leben. Daher muss ein nicht unbeträchtlicher Teil des Dargebotes als Restwasser zur Erhaltung der ökologischen Funktionen der Natur zur Verfügung bleiben. Das in Österreich recht strenge Wasserrecht erfordert eine Mindestmenge an Restwasser, welche nach der Ausleitung mindestens im Gewässer verbleiben muss.

Der Lebensraum für Fische und andere vom Wasser abhängige Lebewesen muss erhalten werden. Aber auch der landschaftliche Wert des fließenden Gewässers – der Anblick der Strömung und das Rauschen. Dies alles fließt in die Bemessung des Restwassers ein.

In technischer Hinsicht sind es vor allem die Fischauf- und Abstiegsanlagen die planerische Erfahrung benötigen.

Fassung und Entsandung

Das Wasser wird je nach Gegebenheit über einen Grundrechen (ohne Wehrverschluss) oder mittels einer Seitenentnahme (mit Wehrverschluss) aus dem Bach geleitet. Durch die vorhergehende Entsandung werden die Turbinen des Kraftwerks geschont, welche aufgrund der im Wasser enthaltenen Feststoffe ansonsten einem hohen Verschleiß ausgesetzt wären.

Druckleitung

Über die Druckleitung wird das Wasser zur Turbine des Kraftwerks geleitet.

Druckleitungen befinden sich oft in unwegsamen Gelände. Hier ist vorab eine günstige Trassierung erforderlich. Wenn nötig, müssen auch natürliche Hindernisse z. B. durch Tunnelstrecken, bewältigt werden. Untergrundverhältnisse, Druckverhältnisse, technische Umsetzbarkeit – von der Materialwahl bis zur abschließenden Dichtheitsprüfung erfordern Planung und Bau viel Umsicht und Erfahrung.

Energieversorgung

Je nach Lebensumständen schwankt der Bedarf an elektrischer Energie. Im Mittel verbraucht ein österreichischer Haushalt 4400 kWh pro Jahr. Dies entspricht einer Dauerleistung von 0,5 kW.

Wir planen sowohl Inselanlagen für Almen und Schutzhütten als auch Anlagen, die in das Stromnetz einspeisen. Auch die Nutzung des Trinkwassers, das oftmals über viele Höhenmeter bis zum Ortsnetz geleitet werden muss, kann wirtschaftlich sinnvoll sein. Die Leistungsbandbreite der von uns geplanten Kleinwasserkraftwerke beträgt von rund 25 kW bis zu rund 5.000 kW. Im Mittel kann mit 4000 Vollaststunden pro Jahr gerechnet werden. Damit kann bereits ein Kleinstkraftwerk mit 25 kW Leistung den Jahresbedarf von über 20 Haushalten decken. Durch die Vielzahl der Anlagen tragen diese auch zur Stützung des Stromnetzes bei.